Ref. :  000022902
Date :  2006-03-21
Language :  German
Home Page / The whole website
fr / es / de / po / en

Arme Menschen in der Wasserkrise


Keywords : 


Mehr als fünf Millionen Menschen, meist Kinder, sterben jedes Jahr nachweislich an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung. Der WWF appelliert deshalb an die Delegierten des aktuellen Weltwasserforums in Mexiko und zum Weltwassertag am 22. März, Flüsse und Feuchtgebiete besser zu schützen und so Leben zu retten. Martin Geiger, Leiter des Fachbereichs Süßwasser beim WWF Deutschland: „Ein Sechstel der Weltbevölkerung hat keinen oder nur begrenzten Zugang zu sauberem Wasser. Allein in China müssen schätzungsweise 300 Millionen Menschen verschmutztes Wasser trinken. Allen diesen Menschen kann durch eine sinnvolle Wasserpolitik geholfen werden.“ Geiger fordert die Regierungen auf, die natürlichen Wasservorräte nachhaltiger zu bewirtschaften und zu schützen anstatt auf Umwelt zerstörende und teure Infrastruktur zur Trinkwassergewinnung und Bewässerung zu setzen.

Flüsse, Seen und Feuchtgebiete sind die wichtigsten Quellen für sauberes Wasser. Doch die jahrzehntelange Verschmutzung und die Verbauung mit Staudämmen und Sperrwerken ließen den weltweiten Süßwasservorrat und die darin lebende Artenvielfalt drastisch schrumpfen. „In vielen Flussgebieten und Seen mangelt es nicht nur an Trinkwasser, sondern zunehmend bricht auch die Fischerei zusammen, sodass eine der wichtigsten Proteinquellen für rund eine Milliarde Menschen gefährdet ist. Opfer sind vor allem arme Menschen in Entwicklungsländern, die keine Möglichkeit haben, auf andere Nahrungsmittel umzusteigen“, erläutert Martin Geiger den Zusammenhang zwischen Wassermangel und Armut.

Lasse sich ein neuer Staudamm zur Bewässerung und Energiegewinnung nicht vermeiden, sollten nach Ansicht von Geiger zumindest die Empfehlungen der Weltstaudammkommission eingehalten werden. Diese sehen unter anderem vor, dass vor dem Bau alle anderen Alternativen und sämtliche sozialen und Umweltauswirkungen, auch die von anderen Vorhaben in dem betreffenden Flussgebiet, sorgfältig geprüft werden. Der WWF-Experte sieht eine weltweite Wasserkrise heraufziehen und schlägt unter anderem vor, Nahrungsmittel künftig mit wesentlich weniger Wassereinsatz zu produzieren. So komme der Reisanbau beispielsweise durch neue landwirtschaftliche Methoden schon ohne permanente Bewässerung aus. Außerdem müssen Abwässer besser gereinigt und marode Leitungen vielerorts erneuert werden. Ferner weist Geiger darauf hin, dass auch die Rettung der Wälder, die als natürliche Wasserfilter dienen, die weltweite Trinkwasserversorgung sichert und gleichzeitig Kosten für technische Kläranlagen spart: In vielen Metropolen wie Nairobi, Rio de Janeiro und Jakarta sei die Wasserversorgung maßgeblich von intakten Waldschutzgebieten abhängig.

„In zwanzig Jahren lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in wasserarmen Regionen. Nur wenn alle Staaten bei der weltweiten Wasserversorgung an einem Strang ziehen, können wir sicherstellen, dass die sich schon jetzt abzeichnende Krise nicht noch weiter zu Lasten armer Menschen geht“, befürchtet Geiger. Auf dem vierten Weltwasserforum in Mexiko tagen vom 16. bis 22. März mehrere tausend Teilnehmer aus 120 Ländern und beraten über das Ziel der Vereinten Nationen, die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser bis 2015 zu halbieren.


Continents : 
- Africa   

Rate this content
 
 
 
Average of 103 ratings 
Rating 2.49 / 4 MoyenMoyenMoyenMoyen
Same author:
 flecheLiving Planet Report 2018: The Great Acceleration
 flecheThe Living Planet Report 2018 shows that wildlife populations have declined by over half in less than 50 years.
 fleche30% des sites Unesco menacés par le trafic d’espèces sauvages
 flecheEarth Hour 2017
 flecheAnalysis: Import controls in key EU member states inadequate for barring illegal seafood
 flecheLiving Planet Report 2016
 flecheAfter devastating earthquake, Nepal aims to reduce the risk of disaster through green rebuilding
 flecheLe WWF révèle les 25 entreprises françaises impactant le plus les écosystèmes mondiaux
 flecheCroissance bleue : la méditerranée face au défi du bon état écologique
 flecheAlmost a third of all natural World Heritage Sites under threat of oil, gas and mining exploration
 flechePublication of the Living Blue Planet Report
 flecheHigh hopes as world leaders meet to agree global survival plan
 flecheRapport Planète Vivante Océans 2015 : le déclin des océans met en péril la sécurité alimentaire de l’humanité
 flecheConférence climat de Bonn : de timides avancées vers l’accord de Paris
 flecheAgricultural standards can do more to mitigate risk in commodity production
 flecheOcean wealth valued at US$24 trillion, but sinking fast
 flecheWWF EPO Annual Review 2014
 flecheEarth Hour 2015
 flecheLiving Planet Report 2014
 flecheU.S. gets serious about climate change
 flecheInvestments may make or break climate change
 flecheEndocrine disruptors and biodiversity. biological diversity faced with chemical risks: the need for a paradigm shift
 flecheGovernments, business must unite in joint action to stop forest loss
 flecheThe Energy Report: 100% renewable energy by 2050
 flecheEmerging economies also emerging leaders in effective climate action
 flecheTropics in decline as natural resources exhausted at alarming rate – WWF 2010 Living Planet report
 flecheInternational development finance agendas at risk of clashing
 fleche"Clean Economy, Living Planet - Building Strong Clean Energy Technology Industries"
 flecheGrowing China industry helps clean energy boom
 flecheSpain takes international water treaty past half way mark
 flecheA week where leaders can grasp climate opportunities
 flecheWarming Arctic's global impacts outstrip predictions
 flecheMassive river water transfers lacking scrutiny
 flecheBonn climate meeting: missed opportunity, all eyes on Unga, G20 and Bangkok
 flecheIllegal wood soon excluded from EU markets
 flecheHigh carbon stimulus not G20's way to a sustainable financial future
 flecheWater declaration vague on main issues
 flecheEurope’s new climate gambit - shifting the heat onto developing nations?
 flecheHong-Kong residents have twice footprint of China's
 flecheGreen high-tech champions slow to take up China opportunities
 flecheCoca-Cola sets goals for cutting water use and emissions
 flecheLiving Planet Report 2008
 flecheVast bounty at risk from under protected oceans
 flecheNew species found in Vietnam's Green Corridor
 flecheHuman footprint too big for nature
 flecheLiving Planet Report 2006
 flecheWater crisis hits rich countries
 flecheWWF Report: "Rich countries, poor water"
 flecheInternationale Walfang-Konferenz in Italien: Feindliche Übernahme verhindert
 flecheWälder sind vor deutschen Banken nicht sicher
 flecheEU chemicals law needs strengthening
 flecheIKEA and World Bank give new hope to Bulgaria's forests
 flecheWSSD: World Summit of Shameful Deals
 flecheNine countries achieve freshwater milestone and set example for sustainable development at World Summit
 flecheEarth Summit Ship is Sinking: NGOs Warn Kofi Annan
 flecheEnvironment scores two wins and one loss in Doha
13
SEARCH
Keywords   go
in 
Translate this page Traduire par Google Translate
Share

Share on Facebook
FACEBOOK
Partager sur Twitter
TWITTER
Share on Google+Google + Share on LinkedInLinkedIn
Partager sur MessengerMessenger Partager sur BloggerBlogger